Seminar „Von der Zeichenkette zur Operationskette“

 

Zeit: wöchentlich, Do. 09:15 bis 10:45
Beginn: 19.10.2017
Die Sitzung am 16. November entfällt wegen eines Vortragstermins (wird nachgeholt)
Ort: Berkaer Straße 1 – Seminarraum 003

hier: Programm mit Übersicht der Termine und Lektüren

In diesem Seminar geht es um ›die Kette‹: ein bewährtes Modell, um zu verstehen, wie einzelne Elemente und Operationen ineinandergreifen und sich zu einem funktionalen Zusammenhang zusammenfügen können. Unter dem Eindruck des linguistic turn des frühen 20. Jahrhunderts denken wir dabei meist an Zeichenketten, seien es Buchstabenfolgen oder Gensequenzen. Im Seminar wird es sich zunächst einmal darum handeln, die zeichentheoretische Konzeption der Verkettung zu rekonstruieren und ihrer grundlegenden Mechanismen (Substitution und Transposition, metonymische Verschiebung und metaphorische Ersetzung) zu verstehen. Dann werden wir uns ansehen, wie das Konzept der Verkettung auch für andere, nicht rein semiotisch zu denkende Zusammenhänge fruchtbar gemacht wurde. Insbesondere der von dem französischen Paläoanthropologen André Leroi-Gourhan entwickelte Begriff der „chaîne opératoire“ hat in der französischen Technikgeschichte (André-Georges Haudricourt), in der Philosophie (Gilles Deleuze und Félix Guattari), in der soziologischen Akteur-Netzwerk-Theorie (Bruno Latour) und schließlich auch in der Medienwissenschaft (Bernhard Siegert; Erhard Schüttpelz) außerordentliche, aber auch sehr unterschiedliche Resonanzen hervorgerufen. Anhand einer Reihe von ausgewählten Texten aus den Jahren 1890 bis 2016 geht das Seminar den Wandlungen des Modells der Kette nach.

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